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Karateseminar mit Hanshi Patrick McCarthy in Haßloch

Kv.l.janine_hanshi_mccarthy_hagen.jpgarate ist nicht nur ein Sport, sondern auch eine Kunst zur Selbstverteidigung, zumindest wenn man es so praktiziert wie Hanshi Patrick McCarthy, dessen Seminar wir am 29. und 30.05.2010 besuchten.

Bereits die Erwärmung erfolgte über einen Drill, in dem auf für Straßenkämpfe typische Angriffe mit einfachen und intuitiven Blocks und Kontern reagiert wurde. Mit jeweils drei bis fünf neuen Techniken auf einmal hatten wir so nach der ersten Trainingseinheit bereits eine Sequenz von 13 Angriffen mit jeweiligem Block und Konter, die am Sonntag dann noch erweitert wurde. Zwischen den einzelnen Übungsrunden begeisterte Patrick McCarthy immer wieder mit seinen breiten Wissen über die Kampfkünste, besonders im Bereich des Karate.

 

v.l.janine_hanshi_mccarthy_hagen.jpgMit Humor und einigen Geschichten aus der Zeit, in der er in Japan und anderen asiatischen Ländern die Kampfkünste studierte, gelang es ihm immer wieder für Auflockerung und eine entspannte Atmosphäre zu sorgen sowie einen Einblick in die Hintergründe des Karate zu eröffnen. 

Mit all diesen Informationen und den am Nachmittag gelernten zweiten Drill, war es nicht verwunderlich, dass die Köpfe rauchten und es zunehmend schwieriger wurde, sich an die richtige Reihenfolge zu erinnern, ohne etwas durcheinander zu bringen.

Am Abend ging es dann zum gemeinsamen Essen beim Mongolen mit riesigem Büfett, bei dem selbst die stärksten Esser nicht alles probieren konnten. Nach einer Nacht Schlaf hatten wir dann zumindest kurzfristig etwas mehr Klarheit im Kopf, die aber nach dem Hinzufügen einiger neuer Sequenzen bald wieder verfolgen war. Doch wir schlugen uns wacker und im Anschluss an die Mittagspause gab es dann erstmal einen sehr interessanten Exkurs in die japanische Kultur und die Entwicklung der Kampfkünste und des Kampfsports. 

Wie auch schon zuvor machte Patrick McCarthy hierbei klar, dass das Sportkarate zwar viele gute Seiten hat, doch für die wirkliche Selbstverteidigung auf der Straße, wo es keinen Ringrichter gibt, wenig bis keinen Nutzen hat. erluterung_im_theoretischen_teil.jpgSportkarate ist eben nur ein Teil des Karates und bei weitem nicht alles. Ebenso hob er hervor, dass man sich von dem Denken 'Mein Karatestil ist der Beste!' oder 'Wir betreiben als einzige richtiges Karate' lösen sollte, denn für realistische Selbstverteidigung spielt sensei_hagen_neumann__dimitria_bouzikou.jpg.jpges keine Rolle ob man Goju-, Shotokan-, Wado- oder Shito-ryu betreibt, denn alle Stilrichtungen des Karate haben die selben Wurzeln und den selben Grundgedanken: sich unbewaffnet gegen andere verteidigen zu können unter Beachtung der Schwächen und Stärken des menschlichen Körpers.

hagen_in_aktion.jpgNach einer letzten Trainingseinheit, in der Bodenkampf auf dem Programm stand, hieß es dann Abschied nehmen. Mit vielen neuen Eindrücken, Informationen und Erkenntnissen traten wir unsere sechsstündige Heimreise an, auf der wir uns einig waren, dass dies ein absolut geniales Wochenende war und wir auch das nächste Seminar von Patrick McCarthy in Deutschland nicht verpassen wollen.

JB